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Verzögert

Büromöbelbranche sah erst im zweiten Quartal Besserung

13.12.2021 | 13:32

Als die deutsche Büromöbelindustrie zum letzten Jahreswechsel coronabedingt auf ein miserables Jahr mit einem Umsatzminus von 11,8 Prozent zurückblickte, taten das zahlreiche Hersteller erstaunlich gelassen. Sie witterten Morgenluft, weil es in den letzten drei bis vier Monaten 2020 wieder deutlich besser gelaufen war. Doch ihre Erwartungen wurden zunächst gedämpft, das erste Quartal 2021 verlief äußerst mäßig. Erst im zweiten Quartal drehten sich die Zahlen ins Positive. Das lässt sich bei den Büromöblern erst jetzt feststellen, weil das Statistische Bundesamt das entsprechende Zahlenwerk traditionsgemäß so spät veröffentlicht, während es für die gesamte Möbelindustrie schon Ende August Halbjahreszahlen gab.

 

Im zweiten Quartal also hat sich die Büromöbelbranche  mit +16,6 Prozent zum Vorjahr aus dem negativen Bereich verabschiedet. Der Jubel war bei den Herstellern von Bürositzmöbeln, die auf ein Plus von 35,3 Prozent kamen, deutlich größer als bei den Produzenten von Korpusmöbeln, die nur 9,2 Prozent Zuwachs registrierten. Fasst man die erfreulichen Ergebnisse des zweiten Quartals mit den Minuszahlen aus dem ersten zusammen, können eigentlich nur die Hersteller von Bürositzmöbeln mit dem ersten Halbjahr 2021 zufrieden sein, denn sie kamen auf ein Plus von 15,5 Prozent, während die Korpus- bzw. Kastenmöbelproduzenten ein Minus von 2,3 Prozent hinnehmen mussten. Daraus errechnet sich für die gesamte Branche von Januar bis Juni ein Zuwachs von 2,9 Prozent.

 

Die Sitzmöbler schnitten wohl vor allem deswegen besser ab, weil sie mehr als ihre Holz verarbeitenden Kollegen von den Veränderungen der Büroarbeit profitieren. In der Pandemie entwickelte sich nicht nur das Homeoffice zum Highlight, es etablierten sich auch hybride Arbeitsweisen: Die meisten Angestellten arbeiten nur an einigen Tage der Woche Zuhause, an den anderen fahren sie ins Büro ihrer Firma. Die Büromöbler stellten sich nicht nur relativ schnell auf die wachsende Nachfrage nach Möbeln für ergonomisch eingerichtete Homeoffice-Arbeitsplätze und auf die Ausstattung von videokonferenzfähigen Räumen ein. Sie erkannten auch rechtzeitig die sich anbahnende Konjunktur für „Soft-Seating-Produkte“, die zunehmend für die neuen Kommunikationsbereiche in den Büros gebraucht werden.

 

Inzwischen zeichnet sich ab, dass auch das dritte Quartal für die Branche gut lief. Dagegen dürfte die Statistik für die drei letzten Monate des Jahres 2021 coronabedingt wieder deutliche Bremsspuren aufweisen.

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