Die Otto Group hat offenbar gerade einen guten Lauf. So zumindest ließt sich ein Artikel, der gerade im Handelsblatt veröffentlicht wurde. Darin wird auch der Otto-Chef Alexander Birken mit den Worten zitiert: „Es wurde immer wieder kolportiert: Es kann nur einen Marktplatz geben. Im E-Commerce gibt es das Highlander-Prinzip aber nicht.
Dass sich Otto derzeit so selbstbewusst gibt, liegt auch an guten Zahlen der ersten Hälfte des Geschäftsjahres 2021/22. Der Umsatz ging um 20 Prozent nach oben, die E-Commerce-Tochter konnte um 30 Prozent zulegen. 2020 belief sich der Umsatz der Otto Group auf 15,6 Mrd Euro. Im Vergleich geht es für die Hamburger damit deutlich dynamischer voran als bei Amazon, wo es zuletzt nur ein Umsatzplus von 16 Prozent kommuniziert werden konnte. Den Grund sehen Experten laut dem Handelsblatt auch darin, dass Amazon „wegen fehlender Logistikkapazitäten“ hierzulande an seine Grenzen komme. In einigen Kommunen wachse der Widerstand gegen weitere Logistiklager. Otto dagegen habe da seine Hausaufgaben schon gemacht und sich rechtzeitig Logistikflächen gesichert.
Hinzu kommt, dass viele Händler eine Alternative zu Amazon suchen, zumal die Abhängigkeit von nur einem Marktplatz unternehmerisch ungesund ist. Otto.de, seit einigen Jahren verstärkt dabei, das Marktplatzmodell auszubauen und dafür zuletzt das Engagement bei den Sub-Shops zurückzufahren, hat bereits 2.200 Partner. Im vergangenen Jahr waren es noch 1.500. Birken im Handelsblatt: „Wir fahren jetzt die Ernte unserer jahrlangen Digitalinvestments ein.“