Wer in diesen Tagen www.neckermann.de in den Browser eingibt, erlebt eine kleine Überraschung. „Neckermann sagt Tschüss“ steht da plötzlich. Der Shop sei eingestellt, die Seite nicht mehr aktiv, man könne jetzt aber alles von der alten Seite auch auf Otto.de finden. Und Neckermann. de ist nicht der einzige Sub-Shop von Otto.de, der vom Netz geht. Auch bei Schlafwelt.de, YourHome.de, Naturloft.de und Otto-Baumarkt.de findet man Umleitungen auf die Mutterseite. Was ist aus der Multishop-Strategie, mit der Otto.de 2009 startete, geworden?
Otto.de Kommunikationschef Martin Frommhold erklärt es so: „Wir sind jetzt seit einiger Zeit nicht nur als Händler unterwegs, sondern entwickeln uns seit drei Jahren zur Plattform weiter“. Anders gesagt: Mit dieser Entwicklung gewinnt Otto.de immer mehr Marken und Partner, die auf der Plattform verkaufen. Dann noch in den Sub-Shops die Artikel von Drittanbietern einzupflegen - das führt offenbar an der Strategie, Otto.de als zentralen Online-Marktplatz aufzubauen, vorbei.
Amazon – das große Vorbild? Einige andere Player versuchen sich mit ähnlichen Ansätzen einer Marktplatzstrategie, mit unterschiedlichen Erfolgen. Bei Otto.de klingt es zumindest so, als laufe das Marktplatz-Business jetzt mit deutlich mehr Schwung als anfangs. Vor ein paar Wochen hat Otto auf seiner Plattform schon den 2.200sten Partner gewonnen. „Da geht der Aufbau sehr zügig voran“, so Frommhold. Und, wie es den Anschein hat, wächst Otto.de im Möbelsegment kräftig, wie man es zuletzt in einem Zahlenvergleich von Statista nachlesen konnte. 1,472 Mrd Euro Umsatz hat Otto.de 2020 mit Möbeln gemacht, Ikea.com kommt auf 645,7 Mio Euro, Amazon.de auf 555,0 Mio Euro. Andere Player wie Wayfair und Home24 liegen laut den Hamburger Zahlenexperten noch deutlich dahinter.