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Wo steht der Möbel-E-Commerce?

Shopmacher stellt schlechtes Zeugnis aus

16.09.2021 | 12:02

Immer wieder zum Thema gemacht und kontrovers diskutiert wird die Frage, wie es denn um den E-Commerce in der Möbelbranche steht.  Man bekommt darauf in der Regel so viele Antworten, wie man Leute befragt. Aktuell hat sich Shopmacher mal wieder zu Wort gemeldet und eine Studie veröffentlicht, in der das so auf den Punkt gebracht wird: „Die Möbelhersteller und -händler bewerten ihre Online-Shops oft besser, als sie wirklich sind. Im Vergleich zu den digitalen Services, die Webkunden in anderen Sortimenten schon fast selbstverständlich nutzen können, hinken die meisten Player im Online-Möbelhandel noch erheblich hinterher – und zwar nicht nur in der Customer Experience, sondern auch in der Technik.“

 

Grundsätzlich scheint es einfach für viele kleinere Player im Möbelhandel schwierig, eigenes Know-how aufzubauen. Nur 26 Prozent der befragten Möbelhändler, so die Studie von Shopmacher, kümmern sich inhouse um den Ausbau des eigenen Online-Shops, 39 Prozent überlassen das einer Agentur, 9 Prozent einer Softwarefirma und weitere 9 Prozent sehen das als Aufgabe des Verbands.

 

Dass Shopmacher selbst sein Geld mit Aufbau von Online-Shops macht, lässt die Studie natürlich nicht wirklich objektiv wirken. Das Gefühl drängt sich vor allem im Fazit auf: „Selbst die disruptive Kraft der Corona-Krise hat es (noch) nicht vermocht, Möbelhersteller und -händler dazu zu bringen, mit Vollgas in ihre digitalen Kanäle zu investieren. Und die, die im E-Commerce aktiv sind, vernachlässigen wichtige Stellschrauben für den Erfolg“, heißt es da.

 

Mag sein, dass die Branche in vielen Bereich noch Nachholbedarf hat. Dass es nicht ganz so schlecht um die Möbelbranche bestellt ist, zeigen andere Zahlen, wie die von Statista. So haben die Hamburger auf Basis der Auswertungen von Similarweb. com den Traffic von hoeffner.de, segmueller.de und ikea.com, genauso wie die von home24.de und westwing.de mal unter die Lupe genommen. Dass die Zahlen von Similarweb.de nicht immer ganz zuverlässig sind, hat man dabei in Kauf genommen. Immerhin sieht man ja eine Tendenz.

 

Im Jahresverlauf haben sowohl Segmüller als auch Höffner im März ihre Spitzenwerte erreicht – Segmüller mit rund 2,8 Mio Visits, Höffner mit rund 6,45 Mio Visits. Zahlen, die zeigen, dass sich die Berliner eine Spur stärker auf den Online-Bereich konzentrieren. Ikea spielt dagegen – man muss es so sagen – in einer anderen Liga, auch natürlich, weil ikea.com den Traffic aller Ländergesellschaften bündelt, in denen die Schweden aktiv sind. Ikea erreichte seinen Traffic-Peak im Januar mit rund 245 Mio Visits. Anders als bei den deutschen Großflächen-Vertretern flachte die Kurve auch im Sommer kaum ab, sondern erreichte im August wieder den Höchststand vom Januar.

 

Auffallend bei den Onlinern: Ihre Traffic-Zahlen gehen kaum über die der Stationärgrößen hinaus. Westwing erreicht seinen Höchststand im Januar mit rund 2,35 Mio Visits, Home24 ebenfalls im Januar mit 6,4 Mio Visits. Offenbar ist es derzeit gar nicht so, dass die Möbel-Onliner immer die Nase vorn haben, was Traffic-Zahlen angeht – zumindest noch nicht.

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