Nicht schön, aber die Realität: Für die ersten sechs Monate des Jahres muss der Matratzenverband Minus-Zahlen kommunizieren, nachdem bereits 2020 der Umsatz um 2 Prozent unter dem des Vorjahres gelegen hatte. Nun ging's weiter in den Keller: „Die Matratzenhersteller haben im ersten Halbjahr 2021 einen Umsatzrückgang von -11,3 Prozent und einen Absatzverlust von -6,4 Prozent zu beklagen“, geben die Wuppertaler durch. Nur in der Kategorie Sonstige legte der Umsatz zu, teilweise um bis zu 30 Prozent – Wasserbetten oder Kindermatratzen waren also sehr gefragt. Aber: „Die sonst so gefragten Technologien wie Schaum und Federkerne mussten teilweise herbe Verluste hinnehmen.“ Umsatz-Minus beim Schaum -9 Prozent (Absatz: -5 Prozent). Bei Federkern sieht es noch dramatischer aus. Hier gab es einen Umsatz-Rückgang um -32 Prozent (Absatz: -40 Prozent). Bei den Warengruppen standen Topper mit 16 Prozent beim Umsatz und 12 Prozent beim Absatz auf der Gewinnerseite. Unterfederungen/Lattenroste blieben mit -15 Prozent beim Umsatz und -22 Prozent beim Absatz hinter dem Vorjahr zurück.
Weiterhin konstatiert der Verband eine „stockende Rohstoffversorgung und damit verbundene Preissteigerungen“. Vor allem „Preise für PU-Schaum, Garne, Stoffe, Federkerne, Aluprofile oder Verpackungsmaterialien aus Papier und Pappe sowie Kunststoff stiegen bereits seit Ende 2021 kontinuierlich an.“ Preissprünge im deutlich zweistelligen Prozentbereich im zweiten Quartal, die zu bisherigen Steigerungen noch hinzukamen, erschwerten den Herstellern den Absatz. Auch die bekannten Probleme in der Logistik halten an: „Transporte für Vorprodukte aus Übersee haben sich sogar um ein Vielfaches gegenüber dem Vorjahr erhöht.“ Für das zweite Halbjahr bleibt der Branche derzeit nicht viel mehr als die Hoffnung auf anziehende Nachfrage.
Die Branche hofft nun wenigstens auf ein starkes Herbstgeschäft.