„Die Transaktion ist der erste Schritt unserer Gruppe. Wir werden ein nationales Hub für die Möbelindustrie.“ Mit diesem recht programmatischen Satz leitet die italienische Colombini Group S.p.A ihre Meldung zur mehrheitlichen Übernahme des Möbelherstellers Bontempi ein. 60 Prozent hat Colombini mit Sitz in San Marino in den Marken (rund 1000 Mitarbeiter, nicht ganz 200 Mio Euro Umsatz) an dem Wohn-, Ess- und Schlafzimmermöbelhersteller aus Camerano (aus der Nähe von Ancona) gekauft.
Zu Colombini, 1965 gegründet und einst im Oberflächengeschäft groß geworden, gehören neben Bontempi Casa mittlerweile die Möbelmarken Rossana, Febal Casa, Colombini Casa, Offic’è und Colombini Group Contract.
Bontempi liegt bei rund 35 Mio Euro Umsatz. Für das erste Halbjahr 2021 rechnet Bontempi ein Plus von 25 Prozent vor. Michele und Massimiliano Bontempi bleiben an Bord. Für Colombini-Boss Emanuel Colombini und sein CEO Giovanni Battista Vacchi ist die Bontempi-Übernahme „der Start eines virtuosen Wegs”, der am Ende, so sagt das Colombini, die „Führung der exzellenten Möbelmarken des Landes im Land zu halten“.
Nicht nur viele italienische Fußballvereine gehören längst globalen Investoren, nicht selten aus Asien, auch viele italienische Möbelmarken. Die Design Holding (B&B, Maxalto, Flos - siehe INSIDE 1118) ist da nur ein Beispiel von vielen. Auch in Deutschland hat der Ausverkauf längst begonnen, ein vergleichbares Statement (vom Investment ganz zu schweigen) wie das von Colombini hat man hierzulande aber nie vernommen.