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US-Behörde ermittelt

Möbelhändler beklagt mögliches Seefracht-Kartell

10.08.2021 | 17:36

In den USA hat sich nun erstmals ein Möbelhersteller bei der Federal Maritime Commission (FMC) über die seit Beginn der Pandemie gestiegenen Frachtkosten in einem offiziellen Verfahren beschwert. In dem Dokument, das Hersteller und Importeur MCS Industries Anfang August bei der Behörde einreichte, werden die beiden Container-Reedereien MSC – der zweitgrößte Seefracht-Riese der Welt – und Cosco beschuldigt, vertraglich zugesicherte und nach Ansicht von MCS Industries auch real verfügbare Kapazitäten nur zu einem Bruchteil auch zur Verfügung zu stellen.

 
So habe Cosco der Klage zufolge lediglich 1,6 Prozent und MCS nur 35 Prozent der jeweils vereinbarten Frachtkapazitäten angeboten. Als Folge habe man am Spot-Markt zu deutlich höheren Preisen Laderaum beschaffen müssen. Laut MCS hätte ein Container, der im Jahr 2019 von China an die US-Westküste verschifft wurde, 2.700 US-Dollar gekostet. Jetzt würde dieselbe Reise mehr als 15.000 US-Dollar kosten. Vor wenigen Wochen hatte die Federal Maritime Commission mehr Befugnisse erhalten, um das Geschäftsgebaren von Containerlinien zu untersuchen. Das auf maritime News spezialisierte Portal Splash247 berichtet, dass die großen Reedereien derzeit so gut verdienen wie nie – mitunter das Dreifache dessen, was zuvor Standard war.
 
Der Möbelhersteller aus Pennsylvania hatte in seinem Schriftsatz behauptet, dass die Marktmacht der großen Reeder und fünf angebliche Verstöße gegen das Schifffahrtsgesetz das Unternehmen bisher über 600.000 US-Dollar gekostet hätten. Alleine drei Reederei-Allianzen kontrollierten gemeinsam etwa 90 Prozent des transpazifischen Seehandels, so MCS Industries. Inzwischen hat die FMC acht große Reedereien um Stellungnahme zur Thematik gebeten, da trotz Rekord-Importen Unregelmäßigkeiten vermutet werden. Alle acht Schifffahrtsunternehmen haben der FMC zufolge in letzter Zeit zusätzliche Gebühren und Zuschläge eingeführt oder angekündigt. Die Behörde habe diese Maßnahme als Reaktion auf Mitteilungen ergriffen, die die Kommission von mehreren Parteien erhalten habe, denen zufolge Reedereien solche Zuschläge  „nicht ordnungsgemäß implementieren“, also unbegründet erheben, würden. Bis 13. August müssen nun die Reedereien CMA CGM, Hapag-Lloyd, HMM, Matson, MSC, OOCL, SM Line und Zim gegenüber der Behörde Stellung nehmen.
 

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