Das letzte Geschäftsjahr der EMV-Größe Segmüller endete Ende Februar mitten im 3. Lockdown – mit einem historischen Rekord aus dem 4. Quartal 2020. Zum Geschäftsjahr 2019/2020 des Friedberger Familienunternehmens wurde nun die Bilanz im Bundesanzeiger veröffentlicht. Eigentlich heute kalter Kaffee. Doch es haben sich ja, nachdem die Inhaber Johannes und Florian Segmüller den Schritt Mitte 2019 gewagt und die klassische Rabattwerbung im Möbelmarkt in die ewigen Jagdgründe geschickt hatten, viele gefragt, wie sich die damals für die Segmüllers neue Tiefpreispolitik im operativen Geschäft ausgewirkt hat.
Dazu findet man nun diese Erklärung in der Bilanz der Hans Segmüller Polstermöbelfabrik GmbH & Co. KG, die am 24. Juli 2020 gezeichnet worden ist: „Das Segmüller-Geschäftsjahr 2019/2020 war geprägt durch eine gravierende Veränderung unserer Preispolitik. Im Mai 2019 hat sich Segmüller entschieden, nicht mehr an der unglaubwürdigen Rabattvermarktung im deutschen Möbelhandel teilzunehmen. Dieser Paradigmenwechsel musste vom Markt verstanden und angenommen werden und führte im zurückliegenden Geschäftsjahr zu einem zurückhaltenden Kaufverhalten unserer Kunden und einem entsprechenden Umsatzrückgang um 4,9 Prozent auf 694 Mio Euro. Die im Vorjahr prognostizierten Umsatzerlöse konnten im abgelaufenen Geschäftsjahr nicht erreicht werden, das erzielte EBT liegt unter den Erwartungen.“
Zu sehr sollte der Wettbewerb aber wohl nicht daran glauben, dass die neue Segmüller-Werbung für eine anhaltend schlechte Performance in den Segmüller-Häusern sorgen könnte. Schon beim Rabatt-Abschied war klar: Wenn der neue Auftritt nicht läuft, wird wieder umgestellt – und mit Rotstiftpreisen gefeuert. Das ist bis heute nicht passiert. In der Segmüller-Werbung wird vielmehr weiter gegen die Rabattpolitik des Großflächenwettbewerbs gestänkert.