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Betroffene und Helfer

Nach der Hochwasser-Katastrophe

23.07.2021 | 15:46

Schäden in Milliarden-Höhe, das ist die Bilanz der Starkregen-Katastrophe, die Rheinland-Pfalz, NRW und weitere Bundesländer getroffen hat. Wie gehen Händler vor Ort damit um? Ein Rundruf.

 

Männer mit Spaten und in gelben Gummistiefeln, erschöpft lächelnd. Wie man das so eben kann, nach einer solchen Katastrophe, die bundesweit und an verschiedenen Orten fast zeitgleich stattgefunden hat. Das Gebäude scheint wenig Schaden genommen zu haben, die Ausstellungsbereiche befinden sich in den oberen Stockwerken und bleiben weitestgehend verschont. Vor dem Möbelhaus in Ahrweiler erkennt man noch sehr gut, wo die Schlamm-Massen vorgedrungen waren – Folge der Hochwasser-Katastrophe 2021, die auf das Tiefdruckgebiet „Bernd“ folgte, das über Teile Westeuropas hereingebrochen war. Versicherungs-Experten gehen von Milliardenschäden aus, allein 5 Mrd Euro für die versicherten Schäden. Deutschlands wohl größte Naturkatastrophe seit dem Zweiten Weltkrieg forderte mindestens 170 Menschenleben; und die Beseitigung der Schäden an Infrastrukturen wird Zeit, Kraft, Geld und Nerven kosten.

 

Abgeschnittene Kommunikation

 

„Vorübergehend geschlossen aufgrund von Hochwasser!“ steht auf der Website von Franke Einrichtungen, dazu die Fotos. Darunter ein kurzer Text von Ellen und Ingo Franke. „Leider hat auch uns die Flutwelle der Ahr nicht verschont, dennoch sind wir zuversichtlich, dass wir bald wieder öffnen können“, heißt es da. Und: „Wir sind dankbar, dass alle unsere Mitarbeiter wohlauf sind, obwohl auch ihre Wohnungen zum Teil massiv vom Hochwasser geschädigt wurden.“ Mit dem Team räumen die Inhaber weiter auf. An die Strippe kriegen wir sie nicht. Kein Wunder, steht ja auch auf der Webseite: „Leider sind wir aktuell noch von den gängigen Kommunikationswegen abgeschnitten. Somit bitten wir Sie um Verständnis, dass wir derzeit nicht mit Ihnen in direkten Kontakt treten können.“

 

Wen wir auch in Ahrweiler oder Bad Neuenahr anrufen: Allerhöchstens die Mailboxen der Festnetzanschlüsse melden sich, ob bei Kreft Wohnen, Big Bett oder anderen. Kein Wunder, in der Kurstadt war zumindest bis Montag nicht mal ein Lebensmittelladen offen. Von Rheinland-Pfalz nach Nordrhein-Westfalen. In Wuppertal-Barmen erreichen wir Susanne La Porte, Inhaberin von Wohnsinn-Wuppertal. Sie hat richtig Glück gehabt: Seit etwa 15 Jahren verkauft sie mit ihrem Team niederländische Möbel in einer historischen Maschinenhalle – direkt an der Wupper. „Obwohl der Fluss über die Ufer getreten ist, gab es keine nennenswerten Schäden. Wir mussten Wasser aus dem Keller abpumpen, aber das war es auch schon“, sagt sie. Von einem anderen Händler aus der Stadt mit der Schwebebahn heißt es: „An der Wupper ging das alles, aber an der Erft ... – schrecklich.“

 

 

In Erftstadt haben sie bei Birkhölzer Möbel & Küchen alle Hände voll zu tun. Seit 1964 gibt es das Möbelhaus, hervorgegangen aus einer Schreinerei. In der Umgebung vom Ort stünden zahlreiche Menschen nun ohne alles da; man beteilige sich an der Hilfe vor Ort durch Spenden, heißt es freundlich, aber knapp. Hier in der ländlichen Gegend kennt jeder jeden – und hilft jedem. Verständlicherweise braucht man da gerade Kraft für die tatkräftige Hilfe und hat wenig Zeit für Medienanfragen.

 

 

Das VME-Haus Möbel Brucker in Kall in der Eifel dient derzeit als eine Art Logistik-Hub für die Verteilung von Hilfsgütern. „Das ganze Team packt mit an, sammelt Spenden und verteilt sie. Unser Geschäftsführer Andreas Brucker ist an vorderster Front im Lkw auf dem Weg zu den Personen, die Spenden benötigen“, sagt Frank Lauterbach von Brucker. Neben Sofas, Stühlen und Lampen gibt’s bei Brucker in diesen Tagen eben auch Schuhe, Shirts und Hosen – Hilfsgüter aus ganz Deutschland kamen in den letzten Tagen an

 

 

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