Im Beschaffungs- und Lieferzeitenwahn wäre nachrichtlich beinahe unter den Tisch gefallen, dass in der Holz und Kunststoffe verarbeitenden Industrie wieder Entgelttarifverhandlungen anstehen. Im September sollen die ersten Runden starten. Die IG Metall wird, das wurde nun verkündet, mit einer Forderung von 4,5 Prozent in die Verhandlungen gehen.
Dazu der Standardsatz „den meisten Betrieben geht es gut.“ Bisschen pauschal, wie immer. Etwas genauer wird es im Fließtext: „Die Auftragslage ist oft sehr gut, insbesondere bei Produzenten von Küchenmöbeln, Spanplatten und Wohnmobilen. Weniger gut ist die Lage etwa bei Herstellern von Büromöbeln.“ Unberücksichtigt bleibt in dieser Aussage, dass auch in der florierenden Küchenmöbelindustrie zwar die Umsätze steigen, die Kosten aber deutlich mehr. Klar ist natürlich auch, dass die Belegschaft angesichts der nach Jahren wieder Fahrt aufnehmenden Inflation auch einen Ausgleich brauchen kann. Und dass das Lohnniveau auch für die zunehmend schwierig werdende Mitarbeitersuche von Bedeutung sein kann.
Am Ende wird man sich wie immer irgendwo in der Mitte einigen.