Auf dem Treppchen

16.10.2020 09:22

Auf dem Treppchen

INSIDE-Küchen-Hitliste: Die deutschen Top 10 (3)

Zur zweiten Position in unserem Küchen-Ranking ernteten wir nach der Veröffentlichung im INSIDE Spezial Küche im September durchaus Kritik. Der halten wir Stand und bleiben dabei: Zusammen mit Impuls (und erst recht unter Berücksichtigung von Puris) ist Schüller nach INSIDE-Berechnung umsatzmäßig die Nummer 2 am Markt.

 

1) Nobilia (inkl. Pino): Nochmal eine Schippe drauf

 

Nochmal eine Schippe drauf hieß es 2019 beim Marktführer. Nobilia (ohne Pino und die Handelsbeteiligungen im Ausland) brachte es auf 1,288 Mrd Euro Umsatz, das waren 4,9 Prozent mehr als im Vorjahr. Im Inland, das 646,7 Mio Euro zum Umsatz beitrug, fiel das Wachstum 2019 mit +0,7 Prozent schwächer aus als im Ausland, wo der Umsatz um 9,5 Prozent auf 641,1 Mio Euro zulegte. Die Unternehmensgruppe Nobilia, die auch die ausländischen Handelsaktivitäten (konsolidiert und quotenbereinigt) beinhaltet, steigerte ihren Umsatz 2019 um 5,1 Prozent auf 1,448 Mrd Euro. Die Beteiligung Pino kam auf etwa 80 Mio Euro Verkaufsumsatz - netto um die 60 Mio. Macht dann zusammen mit dem Nobilia-Industrieumsatz 1,348 Mrd Euro.

 

Neue Produktgruppen wie Bad und Wohnen haben 2019 noch Mini-Anteil ausgemacht, legen aber stetig zu, ebenso das u.a. für Online geeignete Schnelllieferprogramm Nobilia Elements, das durch die Corona-Krise ein wenig schneller aus seiner Nische herausgeholt wurde als vorgesehen.

 

Während viele Auslandsmärkte in diesem Frühjahr wochenlang komplett stillstanden, konnte im deutschen Handel zu einem großen Teil weiter ausgeliefert werden. Vor allem der Mittelstand machte weiter. Nobilia hatte sich mit Zulieferprodukten aus Italien bevorratet und durchgehend kurze Lieferzeiten. Ergo planten viele Mittelständler auf Nobilia um und verzeichneten mitten im Lockdown hohe Pluszahlen mit Nobilia als Lieferanten. Die Zahlen für 2020 wird es wie gehabt erst im Februar nächsten Jahres geben. Es ist aber wahrscheinlich, dass der Anteil des deutschen Markts am Gesamtumsatz im Gegensatz zu den Vorjahren ansteigen wird. Und dass Nobilia im deutschen Handel ein paar Freunde zusätzlich gewonnen hat. Auch die bereits frühzeitige Ankündigung den Verbänden gegenüber, die Preise bei gleichbleibendem Umsatz ebenfalls stabil zu halten, dürfte ihren Teil dazu beitragen.

 

Nobilias Werk 5 in Saarlouis nahe der französischen Grenze, wo in der Spitze 1.000 Leute beschäftigt werden können, soll es mit der Produktion am Jahresende losgehen. Die Ostwestfalen wollen von dort aus unter anderem ihren größten Auslandsmarkt Frankreich bedienen.

 

2) Schüller (inkl. Impuls/Puris): Dickes Plus

 

Schüller konnte beim Umsatz 2019 nochmal 9,9 Prozent drauflegen. Unbestritten gehört das Unternehmen damit zu den Gewinnern im Markt. Vor Erlösschmälerungen nahm der Umsatz auf 554 Mio Euro zu, besonders im Export (+16,3 Prozent auf 143 Mio Euro), in dem Schüller seit jeher Nachholbedarf hat, aber auch im Inland (+ 8 Prozent). Überproportional wuchs die Premiumschiene Next125. Das starke Wachstum erfordert auch in Herrieden eine Produktionserweiterung. Im Herbst nächsten Jahres sollen dort neue Maschinen anlaufen.

 

Nach Erlösschmälerungen brachte es Schüller nach INSIDE-Berechnung auf gut 470 Mio Euro Umsatz. Zählt man Impuls-Küchen und den Badmöbelbauer Puris dazu, an denen die Schüller-Gesellschafter ebenfalls beteiligt sind, kommen nochmal zwischen 170 und 200 Mio Euro drauf. Impuls Küchen hat im Kalenderjahr 2019 ungeschmälerte 170 Mio Euro Umsatz erwirtschaftet. Nach kaum zu fassenden Wachstumsraten in den Vorjahren - Folgen der Wellmann- und Pino-Insolvenzen 2017 - hat sich die Entwicklung in Brilon 2019 planmäßig abgeflacht. Da Impuls Küchen aus der Zeit der Alno-Inhaberschaft, wie man aus früheren Jahresberichten herauslesen kann, einen amtlichen Konditionenberg mit sich herumträgt, kommen nach Erlösschmälerungen von über 30 Prozent etwa 120 Mio Euro heraus.

 

3) Häcker: „Hart umkämpft“

Auch Häcker Küchen gehört zu den Unternehmen, die ihre Umsätze vor Erlösschmälerungen melden. Da heißt es also rechnen. Den nachträglichen Veröffentlichungen im Bundesanzeiger zufolge, lagen wir mit unseren Schätzungen für die Umsätze nach Erlösschmälerungen in den vergangenen recht dicht dran. 2019 dürfte der Häcker-Umsatz nach INSIDE-Schätzung abzüglich Boni etc. die 500-Mio-Euro-Marke knapp überschritten haben. Vor Erlösschmälerungen geben sie in Rödinghausen „in einem hart umkämpften Markt“ (Zitat Häcker) und bei knapper werdenden Kapazitäten ein Plus von 2,3 Prozent auf 616 Mio Euro an bei einem konstanten Exportanteil von 39 Prozent.

 

Die Sache mit den knapper werdenden Kapazitäten soll sich in diesem Herbst erledigen, nachdem das neue Werk in Venne bei Osnabrück angelaufen ist. Hier produziert Häcker in Zukunft seine Hochwertschiene Systemat.

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